29.01.2018

Infobrief Januar 2018

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

nach einer längeren Pause erhältst Du hier unseren ersten Newsletter in 2018!

Mit solidarischen Grüßen,

Team GewerkschafterInnen wählen links

AUS AKTUELLEM ANLASS

Gewerkschaftlicher Widerstand gegen die GroKo

Unter den Gewerkschaftsmitgliedern und Funktionären regt sich Widerstand gegen die von vielen als zu unkritisch empfundene Haltung des DGB-Vorsitzenden und anderer Gewerkschaftsvorstände zum Eintritt der SPD in die nächste Große Koalition. Wir dokumentieren hier zwei Stellungnahmen:

- Offener Brief der NGG Bayern

- Stellungnahme der Vernetzung für eine offensive Gewerkschaftspolitik in der IG Metall

Falls Ihr noch weitere kennt, lasst sie uns gerne zukommen, einfach per mail an kontakt@wirwaehlenlinks.de!

AUS DEM BUNDESTAG

Massenentlassungen bei profitablen Unternehmen verbieten

Selbst Rekordgewinne halten Unternehmen nicht mehr davon ab, ihre Beschäftigten zu entlassen, Standorte zu verlagern oder ganz zu schließen. Der aktuelle Fall der Siemens AG zeigt: Die strategischen Entscheidungen der Geschäftsführung werden lediglich mit Blick auf die Rendite- und Wertsteigerung des Unternehmens getroffen. Die Linksfraktion hat daher einen Gesetzentwurf eingebracht. Ziel des Gesetzentwurfs ist es, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, trotz Gewinnsteigerungen, vor Massenentlassungen geschützt werden

Reichtum gerechter verteilen- Millionärssteuer einführen

In den Sondierungsgesprächen war der Ausbau der Einnahmeseite des Staates mal wieder kein Thema- dabei ist mehr als fraglich, wie ohne weitere Steuermittel der immense Investitionsstau beseitigt werden kann. Diese nicht mehr neue Forderung ist daher weiterhin aktuell- hier findet ihr den Antrag dazu, und hier die Rede von Klaus Ernst

Flexible Arbeitszeiten bisher Einbahnstraße für Beschäftigte

Die Flexibilisierung der Arbeitszeit greift weiter um sich. Aus den Antworten der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag geht hervor, dass die Zahl der Beschäftigten mit Arbeitszeitkonten von 13,7 Millionen im Jahr 2006 auf 20,8 Millionen im Jahr 2016 gestiegen ist. Ein Zuwachs um satte 52 Prozent. Vor allem Arbeitgeber profitieren: Sie haben viele Möglichkeiten, eine Flexibilisierung einzufordern. Beschäftigte hingegen haben kaum Raum für Selbstbestimmung. "Für die meisten Beschäftigten ist Flexibilität eine Einbahnstraße – je nach Auftragslage arbeiten sie bis zum Umfallen oder müssen fremdbestimmt zuhause bleiben", kommentiert Jutta Krellmann die Entwicklung.

PUBLIKATIONEN/ DOKUMENTATIONEN

Dossier: Kämpfe um Arbeitszeit

Die Verkürzung des Arbeitstages gehört zu den zentralen Anliegen der Gewerkschaftsbewegung. Aktuell geht die IG Metall in ihrer Tarifrunde in die Offensive und fordert, dass Beschäftigte je nach ihren Bedürfnissen ihre Arbeitszeit befristet verringern dürfen. Dazu gibt es ein Dossier zum Thema Arbeitszeit auf der Homepage der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Darin findet sich u.a. ein Artikel von Miya Tokumitsu aus den USA der den Kampf der IG Metall würdigt und in den US-amerikanischen Kontext einordnet. Eben erschienen ist dort eine Kurzstudie von Catarina Principe zur Arbeitszeitverkürzungspolitik der von linken Parteien gestützten portugiesischen Regierung.

Interview: Studentische Beschäftigte im Warnstreik

Die studentischen Beschäftigten der Berliner Hochschulen kämpfen für einen neuen Tarifvertrag. Ihrer Forderung verleihen sie auch diese Woche wieder durch Warnstreiks und Demonstrationen Nachdruck. Über die ungewöhnliche Tarifbewegung sprach die Rosa-Luxemburg-Stiftung mit ihrem streikenden Studienstipendiaten Jasper Stange.

Das Interview findet sich hier.

„Gemeinsam stark! Gewerkschaftspolitische Herausforderungen nach der Wahl“, 20.10.2017, Kassel

Etwa 180 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter diskutierten auf der gewerkschaftspolitischen Aktionskonferenz «Gemeinsam stark!» von Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Bundestagsfraktion DIE LINKE am 20. Oktober in Kassel über die Kräfteverhältnisse nach der Bundestagswahl. Die Dokumentation mit Fotos und Vorträgen findet ihr hier.

TERMINE

Fachtagung: Initiative für ein Neues Normalarbeitsverhältnis
27.04.2018, Berlin

Es wird Zeit für einen gesellschaftlichen Aufbruch für «gute Arbeit für alle.» Prekäre Arbeit ohne Tarifvertrag, Niedriglöhne, «Teilzeit-Falle», Arbeitsverdichtung und Dauerstress sind für Millionen Beschäftigte zur Normalität geworden. Wie können wir in einer veränderten politischen Lage dem Kampf um «gute Arbeit für alle» Schwung verleihen?

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lädt Gewerkschaften, kritische ArbeitsforscherInnen, Aktive in Parteien und Bewegungsinitiativen und alle Interessierten zu einer Konferenz ein, um über gemeinsame Perspektiven im Kampf gegen prekäre Arbeit und Dauerstress, für die Stärkung der Tarifbindung sowie eine neue Arbeitszeitinitiative zu diskutieren.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich hier.

Veranstaltungsreihe zur Daseinsvorsorge: Zwischen Ausverkauf und Neuorientierung

Die viertägige Workshop-Reihe von Rosa-Luxemburg-Stiftung und ver.di beschäftigt sich mit der kommunalen Selbstverwaltung und der Zukunft der Daseinsvorsorge. Diese Themen werden in vier Workshops aufgegriffen:

20. Februar: Öffentliche Daseinsvorsorge im Umbruch. Herausforderungen, Handlungsfelder und Gestaltungsoptionen

20. März: Bürgerservice und digitale Verwaltung

24. April: Mobilität ökologisch und sozial nachhaltig gestalten

29. Mai: Freiwilligenarbeit und Gemeinwohl, Bürgerbeteiligung und Gemeinwohl

Die Veranstaltungen finden jeweils von 18 bis 20:30 Uhr in den Räumen der ver.di-Bundesverwaltung, Paul-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin statt.

Konferenz Marx200: Theorie – Politik – Sozialismus
02.-06. Mai 2018, Berlin

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung nimmt Karl Marx 200. Geburtstag zum Anlass, ihn mit einem großen Kongress mit mehr als 200 Referentinnen und Referenten aus allen Regionen der Welt zu würdigen. Es geht um die Analyse des Kapitalismus und Imperialismus, sozialistische Ziele und politische Strategien. Zentral ist die Frage, was es heute bedeutet, Marxist/in zu sein: Was können wir von Marx lernen, um in der Arbeitswelt zu intervenieren, um Ausbeutung und Herrschaft abzuschaffen?

Das Programm umfasst u.a. Greg Albo, Patrick Bond, Michael Burawoy, Luciana Castellina, Alex Demirovic, Frank Deppe, Patrick Eiden-Offe, Jayati Ghosh, Michael Hardt, Frigga Haug, Wolfgang Fritz Haug, Arlie Russel Hochschild, Bernd Riexinger, Karl Heinz Roth, Zhang Shuangli, Hans-Jürgen Urban, Marcel van der Linden, Michelle Williams, Erik Olin Wright...

Vormerken: Linke Politik konkret, 11.-15.6.2018

Auch in diesem Jahr bietet die Linksfraktion im Bundestag 20 jungen GewerkschafterInnen die Möglichkeit, Einblick in den Parlamentsalltag zu gewinnen und die Schnittstellen zwischen Gewerkschaftsarbeit und Politik kennenzulernen. Die Einladung wird Anfang Februar verschickt, weitere Infos gibt es unter kontaktstelle@linksfraktion.de